Ab Montag, 19. Oktober 2020

Wird es auch für den Unterricht nach den Herbstferien eine Maskenpflicht geben?

Dank der Umsicht und des Engagements der Schulleitungen, Kollegien und Schulgemeinschaften waren Hamburgs Schulen bislang sichere Orte. Rund 90 Prozent aller infizierten Schulbeschäftigten sowie Schülerinnen und Schüler haben sich nicht in der Schule, sondern in ihrer Freizeit infiziert. Doch das Virus verbreitet sich in der Stadt mit großer Geschwindigkeit. Deshalb wächst die Gefahr, dass sich mehr Schulbeschäftigte sowie Schülerinnen und Schüler als bisher außerhalb der Schule infizieren und das Virus unbemerkt in die Schule tragen. Das gilt insbesondere für ältere Schülerinnen und Schüler.

Deshalb soll bereits ab Montag, 19. Oktober 2020 (also unmittelbar nach den Ferien) bis auf Weiteres die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch für den Unterricht der Oberstufen an den weiterführenden Schulen und den Unterricht der berufsbildenden Schulen gelten. Von dieser Pflicht ausgenommen bleibt weiterhin der Unterricht an allen Schulen bis Klassenstufe 10 sowie der Unterricht an den ReBBZ und Sonderschulen. Das betrifft Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Schulbeschäftigte gleichermaßen. Die neue Regelung bedeutet zum Beispiel, dass Lehrkräfte zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht in der Oberstufe verpflichtet sind, aber wie bisher auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht der Mittel- und Unterstufe verzichten können.

Tusch – Newsletter Oktober 2020

Liebe TUSCH-Partner:innen, liebe TUSCH-Freund:innen,
TUSCH braucht besondere Pflege! Deutlich wurde das nicht zuletzt auf dem ersten gemeinsamen, sehr intensiven Partnertreffen seit Ausbruch der Pandemie. Die dabei verwendeten Erzeugnisse (TUSCH-GEL) dienen aber nicht nur dem Wohlbefinden und dem anregenden „TUSCHEN“, sondern sind essenziell für unsere gemeinsame Arbeit.
TUSCH ist größer als die hygienische Abstands-Badematte, es ist ein Kontakt-Teppichläufer, der sich durch die ganze Stadt zieht. Wir haben in diesen Zeiten, wo sich ständig Stimmungen, Situationen, Wissensstände ändern, Austausch dringend nötig, um gemeinsam über Gelingensstrategien zur Bewältigung von Unsicherheiten, Zweifeln, Bedenken zu sprechen und immer wieder Resilienzkräfte und kreative Ideen zu mobilisieren.
Wir freuen uns alle, dass nun von der Schulbehörde Schritte eingeleitet werden, die Theaterlandschaft wiederzubeleben und Besuche zu ermöglichen, und dass auch die Kulturbehörde sich nach Kräften bemüht, die Theater zu stützen.
Umso deutlicher müssen wir aber die Perspektiven der weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit von Theatern und Schulen formulieren (siehe Beitrag BKJ). Wir sollten uns befragen, wie beide Seiten im Sinne der kulturellen Teilhabe auch in der Corona-Krise Mitgestaltungs- und Ausdrucksformen produktiv nutzen können.
Gerade, wenn noch überwiegend die Sicherung der Grundfächer im Fokus des Präsenzunterrichts steht, darf der ästhetische Bildungsauftrag in den Schulen nicht pausieren und der Status der ästhetischen Fächer zurückgesetzt werden.
Christopher Weymann, Performer am FUNDUS Theater, formuliert es so:
„Durch die Krise ist die Schere zwischen den Kindern mit unterschiedlichen Hintergründen weiter auseinandergegangen. Die Kinder, bei denen ein Support durch den Haushalt möglich ist, kommen weiterhin mit. Die Kinder, bei denen dies aus den unterschiedlichsten Gründen nicht möglich ist, bleiben hängen. Gerade diese Gruppe von Kindern brauchen Kulturelle Bildung, denn Kulturelle Bildung schafft es diese Kinder abzuholen und ihnen das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu geben, welches ihnen sonst fehlt. Gerade jetzt ist durch die verschärfte Lebenssituation Kulturelle Bildung überlebenswichtig.“
Diese Aspekte sollten wir nicht aus den Augen verlieren!
Nun wünscht Ihnen das TUSCH Team viel Freude beim Lesen
Celina Rahman, Michael Müller, Cornelia von der Heydt und Gunter Mieruch

Schulessen langfristig gesichert

Qualitätsverbesserung 
Schulessen langfristig gesichert

Schulbehörde und Caterer einigen sich auf Preisobergrenze von 3,90 Euro und Qualitätsverbesserungen

Das Mittagessen an den Hamburger Schulen soll langfristig gesichert und die Qualität Schritt für Schritt verbessert werden. Deshalb wird die Preisobergrenze für ein Mittagessen ab dem 1. August 2020 von bisher 3,50 auf 3,90 Euro angehoben. Darauf verständigten sich die Hamburger Schulbehörde und Vertreter der Hamburger Caterer. Schulsenator Ties Rabe: „Ich freue mich über die Vereinbarung. Sie bietet eine sichere Perspektive für ein gutes Mittagessen an Hamburgs Schulen. Den Kindern und Eltern entstehen in diesem Jahr keine Mehrkosten, denn die Schulbehörde wird die Preissteigerung von 40 Cent pro Mittagessen ausgleichen.“ Für die Hamburger Caterer erklärt Okan Saiti: „Wir sind froh, dass es uns gemeinsam mit der Schulbehörde gelungen ist, gutes Schulessen für Hamburger Schülerinnen und Schüler auf einer tragfähigen Basis abzusichern. Diese Preiserhöhung war lange überfällig! Jetzt muss es gemeinsam mit der Politik weitergehen: Wir brauchen eine langfristig gesicherte Entlastung der Eltern, damit mehr Kinder in den Ganztagsschulen am Essen teilnehmen können. Und wir wollen den Qualitäts-Standard weiterentwickeln – mehr Bio und mehr regionale Produkte. Klar bleibt: Essens-Qualität ist nicht zum Nulltarif zu haben.“

Schulsenator Ties Rabe: „Das Mittagessen an den Hamburger Schulen ist ein Erfolg. Rund 15 Millionen Mittagessen werden im Jahr in den Hamburger Schulen ausgegeben. Über 70.000 Mahlzeiten werden an normalen Schultagen von den knapp 50 Catering-Betrieben für die Schülerinnen und Schülern an den 370 staatlichen Schulen zubereitet. Einzelne Caterer arbeiten nur mit einer einzigen Schule zusammen, große Catering-Betriebe versorgen hingegen manchmal über 50 Schulen. Die Speisen sollen dabei nicht nur gut schmecken und gesund sein, sondern es sind auch zahlreiche Sonderwünsche – beispielsweise bei Allergien – zu berücksichtigen. Dahinter stehen eine umfangreiche Planung und Logistik, aber auch ein fairer Wettbewerb und ein gutes Miteinander zwischen den Schulgemeinschaften und den Catering-Betrieben.“

Die Preisobergrenze wurde 2012 erstmals auf 3,50 Euro pro Mahlzeit festgesetzt, vorher differierten die Preise in den wenigen Ganztagsschulen erheblich und lagen im Durchschnitt deutlich unter 3,00 Euro. Zusätzlich zur Anhebung der Preisobergrenze auf 3,90 Euro vereinbarten die Schulbehörde und die Caterer, dass der Preis für ein Mittagessen künftig regelmäßig an die allgemeine Preisentwicklung angepasst wird. In einem ersten Schritt soll die Preisobergrenze zum 1. August 2021 auf 4,00 Euro steigen. Schulsenator Ties Rabe: „Um Eltern und Kinder nicht zu belasten, wird die Schulbehörde die Preissteigerung in diesem Jahr ausgleichen. Dazu werden wir unsere Zuschüsse für das Mittagessen in diesem Jahr um knapp zwei Millionen Euro erhöhen.“

Gleichzeitig wurde vereinbart, die Qualität des Mittagessens Schritt für Schritt zu verbessern. So sollen in einem ersten Schritt zehn Prozent der Lebensmittel aus biologischem Anbau kommen, zudem sollen zehn Prozent saisonale bzw. regionale Produkte eingesetzt werden. Täglich soll es zu den Mahlzeiten Gemüse oder Rohkost geben, mindestens drei Mal pro Woche Obst. Der Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) soll bei allen Mahlzeiten eingehalten werden. Mittelfristig soll der Anteil von regionalen Produkten und Bio-Produkten weiter gesteigert werden. Darüber hinaus werden noch mehr Betriebe bei der Essensausgabe ein Buffet-System einführen, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler die Speisen selbst zusammenstellen und auffüllen können. Für die Hamburger Caterer erklärt Amadeus Hajek: „Wir Caterer garantieren eine hohe Qualität in der Mittagsversorgung. Gleichzeitig wünschen wir uns mehr Wertschätzung des gesunden Essens in allen Schulen. Gern beteiligen wir uns intensiv am ‚Guten Ganztag‘!“

Auch künftig entscheidet jede einzelne Schulgemeinschaft selbständig, mit welchem Caterer sie zusammenarbeiten möchte. Beide Seiten schließen dazu direkt einen Vertrag ab und einigen sich über den Speiseplan und die Organisation. Wenn die Zusammenarbeit nicht klappt, können beide Seiten den Vertrag kündigen und sich andere Partner suchen.

Die Gesamtkosten für das Mittagessen an den staatlichen Hamburger Schulen steigen aufgrund der Preiserhöhung von bislang 64 auf künftig 70 Millionen Euro im Jahr. Sie gliedern sich auf in die direkten Kosten für die Herstellung und Ausgabe des Mittagessens durch die Caterer in Höhe von künftig 58 Millionen Euro (bisher 52 Millionen Euro) sowie die indirekten Kosten für Bau, Instandhaltung und Betrieb der Schulkantinen von rund 12 Millionen Euro pro Jahr. Diese Gesamtkosten von künftig 70 Millionen Euro finanzieren die Schulbehörde mit rund 24 Millionen Euro, der Bund mit rund 20 Millionen Euro und die Eltern mit rund 26 Millionen Euro pro Jahr. Rechnet man die direkten und indirekten Kosten zusammen, kostet ein Mittagessen rund 4,70 Euro.

Rund ein Drittel aller Kinder darf kostenlos in der Schule essen, weil ihre Familien kein Einkommen beziehen. Die Kosten von jährlich rund 20 Millionen Euro übernimmt der Bund aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Zusätzlich bekommen rund 20 Prozent aller Kinder von der Freien und Hansestadt Hamburg erhebliche Zuschüsse zum Mittagessen, weil ihre Familien nur über ein geringes Einkommen verfügen. Weniger als die Hälfte aller Kinder zahlt den vollen Essenspreis. Schulsenator Ties Rabe: „Mehr als die Hälfte der Kosten für das Mittagessen übernehmen die Freie und Hansestadt Hamburg und der Bund. Das zeigt, dass Hamburg die Familien großzügig unterstützt, damit die Kinder in der Schule ein vernünftiges Essen bekommen.“

Quelle: BSB Hamburg /
 Caterer der STSÖ ist  mammas canteen